Darts Wettarten – Alle Wettmärkte im Detail erklärt

Dartscheibe mit Pfeilen in der Triple-20 bei einem professionellen Turnier

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Wer zum ersten Mal einen Blick auf das Wettangebot bei einem Darts-Match wirft, könnte leicht den Überblick verlieren. Neben der simplen Frage, wer das Spiel gewinnt, bieten Buchmacher bei großen Turnieren mitunter zwanzig oder mehr verschiedene Wettmärkte pro Match an. Von der Handicap-Wette über die Anzahl der 180er bis hin zur Farbe des entscheidenden Doppelfelds reicht die Palette, und jede Wettart hat ihre eigene Logik, ihre eigenen Chancen und ihre eigenen Tücken.

Darts Wettarten zu verstehen ist keine Raketenwissenschaft, aber es macht einen erheblichen Unterschied, ob man blind auf den Favoriten setzt oder gezielt den Markt auswählt, der zum eigenen Wissen und Risikoprofil passt. Ein Einsteiger, der sich an Handicap-Wetten versucht, ohne die Leg-Struktur zu verstehen, wird ebenso schnell Lehrgeld zahlen wie ein erfahrener Wetter, der Spezialwetten ignoriert und damit Value liegen lässt.

Dieser Artikel erklärt sämtliche Darts-Wettmärkte, die bei den gängigen Buchmachern verfügbar sind. Von den Standardwetten, die jeder kennen sollte, über die Spezialwetten für Fortgeschrittene bis hin zu den verschiedenen Wettschein-Optionen. Am Ende wissen Sie nicht nur, was die einzelnen Wettarten bedeuten, sondern auch, wann welcher Markt die beste Wahl ist.

Standardwetten beim Darts

Match-Siegwette – Der Einstieg in die Darts-Wettmärkte

Die Siegwette ist die Basis aller Darts-Wetten und funktioniert denkbar einfach: Sie tippen auf den Gewinner des Matches. Bei den meisten Turnieren handelt es sich um einen 2-Weg-Markt, weil es im Darts kein Unentschieden gibt. Ein Spieler gewinnt die vorgegebene Anzahl an Sets oder Legs, und der andere verliert. Die Quoten reflektieren die Einschätzung des Buchmachers, wie wahrscheinlich jeder Ausgang ist.

Eine Besonderheit existierte bei der Premier League Darts in ihrem früheren Gruppenphasen-Modus, als Matches im Best-of-12-Legs-Format unentschieden enden konnten, wenn beide Spieler jeweils sechs Legs gewannen. Seit 2022 wird die Premier League jedoch im Knockout-Modus gespielt, wobei jedes Match im Best-of-11-Legs-Format ausgetragen wird und es keine Unentschieden mehr gibt. Dennoch bleibt bei der Premier League ein 3-Weg-Markt bei einigen Buchmachern verfügbar, sofern sie das alte Format noch abbilden.

Für Einsteiger ist die Siegwette der logische Ausgangspunkt, weil sie keine vertiefte Kenntnis der Wettmärkte erfordert. Allerdings gibt es eine Falle: Bei klaren Favoritenspielen in den Frührunden großer Turniere liegen die Quoten auf den Favoriten oft bei 1.05 bis 1.15. Um mit solchen Quoten profitabel zu sein, müsste der Favorit in mehr als 87 bis 95 Prozent aller Fälle gewinnen. Das ist im Darts selbst bei großem Leistungsgefälle nicht garantiert, weshalb erfahrene Wetter in solchen Konstellationen auf alternative Märkte ausweichen.

Turnier-Siegwette und Langzeitwetten

Langzeitwetten, im Fachjargon auch Outright- oder Ante-Post-Wetten genannt, beziehen sich nicht auf ein einzelnes Match, sondern auf das Gesamtergebnis eines Turniers. Die klassische Frage lautet: Wer gewinnt die Darts WM? Aber auch Märkte wie der Halbfinalist oder der beste Deutsche im Turnier fallen in diese Kategorie.

Der Reiz von Langzeitwetten liegt in den deutlich höheren Quoten. Während eine Match-Siegwette selten über 3.00 hinausgeht, starten Turnier-Siegwetten je nach Spieler bei 3.50 für den Topfavoriten und reichen bis über 200.00 für Außenseiter. Die Kehrseite ist das gebundene Kapital: Das Geld ist vom Moment der Wettplatzierung bis zum Turnierausgang blockiert, was bei einem zweiwöchigen WM-Turnier durchaus relevant sein kann.

Das Timing spielt bei Langzeitwetten eine entscheidende Rolle. Quoten verändern sich im Vorfeld eines Turniers ständig, abhängig von Formschwankungen, Verletzungen oder Auslosungen. Wer frühzeitig auf einen Spieler setzt, der sich anschließend in Topform befindet, profitiert von einer Quote, die zu dem Zeitpunkt noch nicht die aktuelle Stärke widerspiegelte. Das ist die Essenz von Value bei Langzeitwetten, erfordert aber Geduld und ein gewisses Maß an Risikobereitschaft.

Handicap-Wetten auf Legs und Sets

Handicap-Wetten gehören bei Darts zu den beliebtesten Märkten für Wetter, die über die einfache Siegwette hinausdenken. Das Prinzip: Ein Spieler erhält einen fiktiven Vorsprung oder Rückstand in Legs oder Sets, bevor das Match beginnt. Die Wette wird auf Basis des korrigierten Ergebnisses abgerechnet.

Ein Beispiel verdeutlicht die Mechanik. Spieler A ist klarer Favorit mit einer Siegquote von 1.12. Das bietet wenig Anreiz. Der Buchmacher bietet daher eine Handicap-Wette an: Spieler A minus 2,5 Legs bei einer Quote von 1.85. Das bedeutet, Spieler A muss nicht nur gewinnen, sondern mit mindestens drei Legs Vorsprung. Wenn das Match im Best-of-9-Legs-Modus 5-1 oder 5-2 endet, gewinnt die Handicap-Wette. Bei einem knappen 5-4 verliert sie trotz des Siegs von Spieler A.

Handicap-Wetten erfordern ein tieferes Verständnis der Spielstärken als die reine Siegwette. Es reicht nicht zu wissen, wer gewinnt, sondern man muss einschätzen, wie deutlich der Sieg ausfällt. Dafür sind Kennzahlen wie der Average-Unterschied zwischen beiden Spielern, deren Checkout-Quoten und das historische Head-to-Head-Ergebnis relevant. Besonders bei Turnieren mit kurzer Distanz, etwa Best-of-5-Legs, sind Handicap-Linien von 1,5 oder 2,5 gängig und können überraschend gute Quoten bieten, wenn das Leistungsgefälle stimmt.

Over/Under-Wetten – Die Gesamtzahl der Legs im Fokus

Over/Under-Wetten lösen sich komplett vom Ergebnis und fokussieren auf die Gesamtzahl der gespielten Legs in einem Match. Der Buchmacher setzt eine Linie, typischerweise bei x,5, und der Wetter entscheidet, ob das Match über oder unter dieser Linie enden wird.

Bei einem Best-of-9-Legs-Match liegt die Linie häufig bei 7,5. Under 7,5 bedeutet, dass ein Spieler mit 5-0, 5-1 oder 5-2 gewinnt. Over 7,5 greift bei Ergebnissen wie 5-3 oder 5-4. Die Frage ist also nicht, wer gewinnt, sondern wie eng das Match wird. Bei zwei gleichstarken Spielern liegen Over-Wetten oft im Value-Bereich, weil enge Matches wahrscheinlicher sind als ein klares Durchmarschieren.

Der Vorteil dieser Wettart ist die relative Unabhängigkeit vom Favoriten. Selbst wenn Sie keine klare Meinung zum Sieger haben, können Sie eine fundierte Einschätzung zur Spiellänge abgeben. Dafür ist ein Blick auf die Averages beider Spieler hilfreich: Wenn beide regelmäßig über 95 scoren und solide Checkout-Quoten aufweisen, werden die Legs länger umkämpft, und Over wird wahrscheinlicher. Wenn dagegen ein klares Gefälle besteht und der schwächere Spieler Probleme beim Finishing hat, sind kurze, einseitige Matches nicht unwahrscheinlich.

Genaues Ergebnis – Hohe Quoten, hohes Risiko

Die Wette auf das exakte Ergebnis ist der Markt für Optimisten und Statistik-Fans. Sie tippen nicht nur auf den Sieger, sondern auf den genauen Endstand in Legs oder Sets. Bei einem Best-of-9-Legs-Match gibt es fünf mögliche Ergebnisse pro Spieler: 5-0, 5-1, 5-2, 5-3 und 5-4, insgesamt also zehn Optionen.

Die Quoten für genaue Ergebnisse sind naturgemäß hoch, weil die Trefferwahrscheinlichkeit gering ist. Ein 5-4-Ergebnis bei zwei gleichstarken Spielern mag statistisch am wahrscheinlichsten sein, wird aber dennoch nur mit Quoten um 3.50 bis 5.00 angeboten. Seltenere Ergebnisse wie 5-0 oder 5-1 gegen den Favoriten können Quoten von 15.00 bis 30.00 und mehr erreichen.

Für die meisten Wetter ist das genaue Ergebnis kein Markt für regelmäßige Einsätze, sondern für gelegentliche Tipps mit kleinem Einsatz. Die Trefferquote ist systembedingt niedrig, und selbst eine gründliche Analyse kann nur bedingt vorhersagen, ob ein Spieler 5-3 oder 5-4 gewinnt. Sinnvoll wird die Wette dann, wenn Sie aus einer Kombination von Formanalyse und Matchkenntnis ein klares Bild haben und die angebotene Quote den tatsächlichen Value deutlich übersteigt.

Spezialwetten im Darts

180er-Wetten – Der Publikumsliebling unter den Wettmärkten

Keine Zahl elektrisiert die Darts-Fans so sehr wie die 180, und die Buchmacher haben daraus einen ganzen Strauß an Wettmärkten gemacht. Die gängigsten Varianten sind die Over/Under-Wette auf die Gesamtzahl der 180er in einem Match, der direkte Vergleich zwischen beiden Spielern und die Wette auf die meisten 180er im gesamten Turnier.

Die 180er-Rate eines Spielers ist eine der am besten dokumentierten Statistiken im professionellen Darts. Spieler wie Luke Littler oder Michael van Gerwen werfen im Schnitt eine 180 alle zwei bis drei Legs, während technisch orientierte Spieler mit weniger Scoring-Power auf fünf oder mehr Legs pro 180 kommen. Diese Unterschiede machen den Markt planbar, weil die erwartete Anzahl an 180ern relativ zuverlässig aus der historischen Rate und der erwarteten Matchlänge abgeleitet werden kann.

Der Schlüssel zu profitablen 180er-Wetten liegt in der Matchlänge. Die Buchmacher kalkulieren ihre Linien auf Basis der durchschnittlichen Match-Dauer, berücksichtigen aber nicht immer die spezifische Konstellation. Wenn zwei aggressive Scorer aufeinandertreffen, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein langes, legreiches Match, und damit steigt auch die erwartete Zahl der 180er. In solchen Konstellationen liegt die Over-Wette regelmäßig im Value-Bereich, weil die Linie auf Basis eines durchschnittlichen Matchverlaufs gesetzt wurde.

9-Darter-Wetten – Lohnt sich der Nervenkitzel?

Ein 9-Darter, also das perfekte Leg mit nur neun Darts von 501 auf null, ist der heilige Gral des Dartsports. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist selbst bei Topspielern extrem gering, was die Quoten entsprechend hoch treibt. Typische Quoten liegen bei 20.00 bis 50.00 für ein einzelnes Match und bei 3.00 bis 5.00 für ein gesamtes Turnier wie die WM.

Die Mathematik hinter dem 9-Darter hilft bei der Bewertung: Statistisch gesehen fällt in etwa einem von 3.000 bis 4.000 Legs ein perfektes Spiel. Bei einer WM mit mehreren hundert Legs über das gesamte Turnier ergibt sich eine realistische Chance von vielleicht 10 bis 15 Prozent. Ob die angebotene Turnierquote diesen Wert widerspiegelt oder ob der Buchmacher die Sensation-Prämie einpreist, muss jeder Wetter selbst kalkulieren.

Für einzelne Matches ist die 9-Darter-Wette im Grunde eine Lotterie mit schlechten Gewinnchancen. Kein ernsthafter Wettansatz sollte auf 9-Darter-Wetten pro Match basieren. Auf Turnierebene kann die Wette allerdings einen Platz im Portfolio haben, vorausgesetzt der Einsatz ist entsprechend klein und die Quote spiegelt die tatsächliche Wahrscheinlichkeit einigermaßen fair wider. Es ist eine Spaßwette, und als solche sollte man sie auch behandeln.

170er-Finish und höchstes Checkout

Das 170er-Finish ist das höchstmögliche Checkout im Darts: Triple 20, Triple 20, Bullseye. Es kommt selten vor und wird entsprechend hoch quotiert. Die Wette auf ein 170er-Finish im Match ähnelt der 9-Darter-Wette in ihrer Struktur: hohe Quote, geringe Wahrscheinlichkeit, minimaler analytischer Vorteil.

Interessanter ist der Markt auf das höchste Checkout im Match. Hier wird nicht auf einen spezifischen Wert gewettet, sondern auf eine Linie, beispielsweise Over/Under 110,5. Die Frage ist also: Wird mindestens einer der Spieler ein Checkout von 111 oder höher treffen? Diese Wette lässt sich besser analysieren, weil die Checkout-Daten der Spieler verfügbar sind. Spieler mit einer breiten Palette an hohen Finishes und einer starken Checkout-Quote bieten bessere Voraussetzungen für Over-Wetten auf diesem Markt.

Die Bewertung hängt stark vom Match-Format ab. In einem kurzen Best-of-5-Legs-Match gibt es weniger Gelegenheiten für hohe Checkouts als in einem Halbfinale über elf Sets. Die Buchmacher passen ihre Linien zwar an, aber die Feinheiten der Checkout-Verteilung beider Spieler werden nicht immer perfekt abgebildet. Genau dort liegt der potenzielle Value.

Checkout-Farbe – Rot oder Schwarz

Die Checkout-Farbe gehört zu den exotischsten Wettmärkten beim Darts. Die Wette bezieht sich auf die Farbe des Doppelfeldes, mit dem das entscheidende Leg beendet wird. Rote Doppelfelder sind die Felder 1, 4, 6, 15, 17, 20 und Bull, grüne Doppelfelder die Felder 2, 3, 5, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 19. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Münzwurf, aber das ist es nicht.

Die Verteilung der Checkout-Doppel im professionellen Darts ist alles andere als gleichmäßig. Bestimmte Doppelfelder werden systematisch häufiger getroffen als andere, weil die gängigen Checkout-Wege bestimmte Felder bevorzugen. Doppel 20, Doppel 16, Doppel 10 und Doppel 8 gehören zu den am häufigsten getroffenen Finishes, und diese Verteilung ist bei fast allen Profis ähnlich. Wer die Farbverteilung der häufigsten Checkout-Doppel kennt, hat einen minimalen, aber messbaren Vorteil.

In der Praxis ist der Markt allerdings so eng kalkuliert, dass der Buchmacher-Vorsprung schwer zu schlagen ist. Die Checkout-Farbe ist daher eher ein Markt für Unterhaltung als für systematische Gewinne. Sie eignet sich hervorragend als Zusatzwette, die ein ansonsten trockenes Frührundenspiel interessanter macht, sollte aber nie einen substanziellen Anteil des Wettbudgets beanspruchen.

Erster Leg-Gewinner

Die Wette auf den Gewinner des ersten Legs ist ein Markt, der vor allem bei Livewetten eine Rolle spielt, aber auch vorab angeboten wird. Der Anwurf im ersten Leg wird per Bullseye-Wurf entschieden, und der Spieler mit Anwurf hat statistisch einen klaren Vorteil, weil er die Chance hat, jedes Leg zuerst auszuspielen.

Im professionellen Darts gewinnt der Spieler mit Anwurf das Leg in etwa 60 bis 70 Prozent der Fälle. Wenn Sie wissen, wer den Anwurf hat, können Sie die Quote auf den ersten Leg-Gewinner mit dieser Basiswahrscheinlichkeit vergleichen. Liegt die Quote deutlich über dem fairen Wert, ist ein Tipp erwägenswert. Das Problem: Bei vielen Anbietern wird der Anwurf erst kurz vor Spielbeginn entschieden, was die Vorab-Analyse erschwert.

Die Wette auf den ersten Leg-Gewinner ist letztlich eine Mikro-Wette, die isoliert betrachtet wenig strategische Tiefe bietet. In Kombination mit einer Gesamteinschätzung des Matches kann sie aber als ergänzender Tipp funktionieren, besonders wenn die Quote des Spielers mit erwartetem Anwurf durch den Buchmacher großzügig kalkuliert wurde.

Wettschein-Optionen: Einzel-, Kombi- und Systemwetten

Wann Einzelwetten sinnvoll sind

Die Einzelwette ist die purste Form der Sportwette: ein Tipp, ein Match, ein Ergebnis. Im Darts hat die Einzelwette einen besonderen Stellenwert, weil die Sportart von ihrer Natur her volatil ist. Einzelne Matches können durch einen verpassten Doppelwurf oder eine starke Scoring-Phase in wenigen Minuten kippen. Diese Unberechenbarkeit spricht grundsätzlich für Einzelwetten, weil das Risiko auf ein einziges Ergebnis begrenzt bleibt.

Erfahrene Darts-Wetter bevorzugen Einzelwetten aus einem einfachen mathematischen Grund: Der Erwartungswert einer Einzelwette ist höher als der einer Kombiwette, weil keine Multiplikation von Wahrscheinlichkeiten stattfindet. Wenn Sie eine Darts-Siegwette mit einer Quote von 1.80 platzieren, brauchen Sie eine Trefferquote von knapp 56 Prozent, um langfristig profitabel zu sein. Bei einer Kombiwette aus drei Tipps mit jeweils 1.80 müssen alle drei richtig sein, und die Wahrscheinlichkeit dafür liegt deutlich niedriger als die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten.

Das bedeutet nicht, dass Einzelwetten langweilig sind. Im Gegenteil: Die Konzentration auf ein einzelnes Match zwingt dazu, sich intensiver mit den beteiligten Spielern, ihrer Form und den spezifischen Umständen auseinanderzusetzen. Wer regelmäßig Einzelwetten auf Darts platziert, entwickelt über die Zeit ein feines Gespür für Quoten und Value, das bei Kombiwetten leicht verloren geht, weil der Fokus auf der Gesamtquote statt auf den einzelnen Tipps liegt.

Kombiwetten im Darts – Chancen und Risiken

Kombiwetten, auch Akkumulatoren oder Accas genannt, verbinden mehrere Tipps auf einem Wettschein. Die einzelnen Quoten werden multipliziert, was bei drei oder mehr Tipps schnell attraktive Gesamtquoten ergibt. Eine Dreier-Kombi mit Quoten von 1.60, 1.75 und 1.90 ergibt eine Gesamtquote von 5.32. Klingt verlockend, hat aber einen Haken: Ein einziger falscher Tipp, und der gesamte Wettschein ist verloren.

Im Darts sind Kombiwetten besonders riskant, weil die Sportart vergleichsweise hohe Upset-Raten hat. Anders als im Fußball, wo der Favorit in den Top-Ligen in über 50 Prozent der Spiele gewinnt, sind Überraschungen im Darts bei kurzen Matchformaten an der Tagesordnung. Eine Dreier-Kombi aus vermeintlich sicheren Favoriten kann durch eine einzige Frührundenüberraschung zunichte gemacht werden. Und solche Überraschungen passieren bei jedem Turnier, ohne Ausnahme.

Wer dennoch Kombiwetten im Darts platzieren möchte, sollte zwei Grundregeln beachten. Erstens: Nicht mehr als drei Tipps pro Wettschein, weil die Gesamtwahrscheinlichkeit mit jedem zusätzlichen Tipp überproportional sinkt. Zweitens: Niemals ausschließlich Favoriten-Siegwetten kombinieren, sondern verschiedene Wettarten mischen. Eine Kombination aus einer Siegwette, einer 180er-Over-Wette und einer Over/Under-Wette auf die Legzahl diversifiziert das Risiko, weil die einzelnen Ergebnisse weniger stark miteinander korreliert sind als drei Siegwetten.

Systemwetten als Absicherung

Systemwetten sind der Kompromiss zwischen Einzelwette und Kombiwette. Bei einer Systemwette werden mehrere Tipps kombiniert, aber im Unterschied zur Kombiwette muss nicht jeder Tipp richtig sein. Stattdessen deckt die Systemwette verschiedene Kombinationen ab. Ein System 2/3 beispielsweise umfasst drei Tipps, von denen mindestens zwei richtig sein müssen. Im Hintergrund werden drei separate Zweier-Kombis gebildet, und jede gewinnende Kombi zahlt aus.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Systemwette bietet höhere Gesamtquoten als eine Einzelwette, verzeiht aber im Gegensatz zur Kombiwette einen falschen Tipp. Der Preis dafür ist ein höherer Gesamteinsatz, weil jede Unterkombination als eigene Wette zählt. Ein System 2/3 kostet den dreifachen Einsatz einer Einzelwette, weil drei Zweier-Kombis abgedeckt werden.

Im Darts eignen sich Systemwetten besonders gut an Turniertagen mit mehreren parallel oder nacheinander stattfindenden Matches. Wer an einem WM-Tag vier oder fünf Tipps auf verschiedene Matches hat, kann über ein System 3/5 sicherstellen, dass auch bei zwei falschen Tipps noch eine Auszahlung erfolgt. Die Gesamtrendite ist zwar geringer als bei einer perfekten Fünfer-Kombi, aber die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts sinkt erheblich. Für Wetter, die an einem Turniertag aktiv mehrere Matches verfolgen und auf Value-Situationen reagieren wollen, sind Systemwetten ein praktikabler Mittelweg.

Welche Wettart passt zu welchem Spielertyp?

Nicht jede Wettart eignet sich für jeden Wetter, und die richtige Zuordnung hängt von drei Faktoren ab: dem eigenen Wissensstand über Darts, der Risikobereitschaft und dem verfügbaren Zeitaufwand für Recherche. Die folgenden Orientierungspunkte helfen dabei, den passenden Einstieg zu finden.

Anfänger sollten mit Siegwetten und Over/Under-Wetten beginnen. Beide Märkte erfordern ein grundlegendes Verständnis des Spiels, setzen aber keine tiefe Statistik-Analyse voraus. Siegwetten funktionieren am besten bei Matches mit klarer Favoritenrolle, Over/Under-Wetten bei Partien zweier gleichstarker Spieler. Der Vorteil für Einsteiger: Beide Wettarten liefern schnelle Ergebnisse und ein unmittelbares Verständnis davon, ob die eigene Einschätzung richtig lag.

Fortgeschrittene Wetter, die regelmäßig Darts verfolgen und ein Gespür für Spielstärken entwickelt haben, profitieren von Handicap-Wetten und 180er-Märkten. Handicap-Wetten belohnen die Fähigkeit, nicht nur den Sieger, sondern auch die Deutlichkeit des Ergebnisses einzuschätzen. 180er-Wetten erfordern Kenntnis der Scoring-Profile beider Spieler und bieten häufig Value, weil die Buchmacher die individuelle Scoring-Rate nicht immer perfekt einpreisen.

Erfahrene Darts-Wetter mit umfassender Statistik-Kenntnis und der Bereitschaft, Matches live zu verfolgen, finden in Spezialwetten, Livewetten und gezielten Kombiwetten ihre besten Chancen. Diese Märkte belohnen detailliertes Wissen und schnelle Reaktionsfähigkeit, sind aber auch fehleranfälliger, wenn die Analyse oberflächlich bleibt.

Die Anatomie eines guten Wettscheins

Wettarten im Darts sind keine Menükarte, von der man wahllos bestellt. Sie sind Werkzeuge, und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, das richtige für die jeweilige Aufgabe zu wählen. Der beste Darts-Wetter ist nicht derjenige, der alle Märkte gleichzeitig bespielt, sondern derjenige, der bei jedem Match exakt den Markt identifiziert, in dem sein Wissen den größten Vorteil gegenüber dem Buchmacher bietet.

Das ist letztlich die Kunst hinter den Darts-Wettarten: nicht die Vielfalt der Optionen als Einladung zum Zocken zu verstehen, sondern als Chance, den eigenen Edge gezielt einzusetzen. Wer die Scoring-Power zweier Spieler besser einschätzen kann als der Algorithmus des Buchmachers, der sollte 180er-Wetten spielen. Wer das Matchformat besser versteht, der geht auf Handicap. Und wer keine klare Meinung hat, der lässt das Match eben aus. Auch das gehört zu einem guten Wettschein: die leere Zeile, die man bewusst nicht ausgefüllt hat.

Hinweis: Darts Wetten sind erst ab 18 Jahren erlaubt. Spielen Sie verantwortungsvoll. Hilfe bei Spielsucht erhalten Sie bei der BZgA unter 0800 1 37 27 00 (kostenlos).